Bluetooth Headset Motorrad Helm

Sie sind gerade auf der Suche nach einem passenden Bluetooth Headset für Ihr Motorradhelm? Dann sollten Sie den umfangreichen Test von den fünf genannten Produkten sich nicht entgehen lassen.
Viele Faktoren spielen bei der Auswahl eines Bluetooth Headsets eine Rolle, dazu gehören die Reichweite, die Frequenz und die Akkulaufzeit. Verschaffen Sie sich einen Überblick!

Interphone F5-XT 2013 – High-End Bluetooth Kommunikationssystem

Das Interphone F5-XT von Arcotec ist im Vergleich zu anderen Systemen in unserem Test ein relativ teurer Spaß. Das Unternehmen für Mobilfunk lässt es sich nicht nehmen, dieses Kommunikationssystem in die höchste Preiskategorie auf dem Markt zu befördern. Stolze 225 Euro müssen für die kabellose Gegensprechanlage mit Bluetooth-Verbindung und Freisprecheinrichtung investiert werden. Zwar bietet dieses System auch viele Vorzüge, doch sie bleiben wegen des Preises nur einem engen Kreis von Konsumenten vorbehalten.

Im Gegensatz zum Gerät von Sena ermöglicht das F5-XT einen Radius von stolzen 1300 bis 2400 m zu anderen Fahrern. Die Distanz hängt von der Zahl der Gesprächspartner ab. Während das Gerät von Sena für 95 Euro eine Gesprächszeit von 8h liefert sind es beim F5-XT ganze 12 Stunden. Die Standby-Ziet beträgt stolze 700h, während das Kommunikationssystem eine Ladezeit von gerade mal 3h beansprucht. Im Gegensatz zu anderen Geräten hat das F5-XT eine sprachgesteuerte Anrufannahme und Ablehnung als auch eine automatische Lautstärkenregulierung, die sich an die Geschwindigkeit und die Nebengeräusche anpasst. 

Falls aber der MP3-Player streikt und nicht mal per Kabel-Anschluss funktionieren möchte, dann kann zur RDS-Funktion gewechselt werden. Die High-End-Bluetooth-Freisprecheinrichtung sucht dann die jeweils beste Radiofrequenz aus und setzt die digitale Geräuschunterdrückung ein. Das Headset verfügt auch über die standardisierten Eigenschaften wie Bluetooth-Kompatibilität mit MP3-Playern, Mobiltelefonen und Navigationsgeräten als auch die 100-prozentige Wasserdichte.

Solche Funktionen hinterlassen einen positiven Eindruck, der sich auch nach dem Auspacken des Headsets weiter bestätigt. Ein reichhaltiges Zubehör erwartet den Käufer für 225 Euro. Dabei ist auch die Anwendung sehr einfach. Das System klappt auf Anhieb und das Anbringen an den Helm dauert ebenfalls keine 5 min. Was den Unterschied zu anderen Headsets ausmacht, ist dass beim Einschalten ein Setup durchgeführt wird, der unter anderem auch die Sprache des Geräts aussucht. 

Doch das alles ist nicht umständlich, besonders wenn die hohe Leistung des Interphone F5-XT bedacht wird. Selbst bei einer Geschwindigkeit von über 140 km/h und einer Distanz von mehr als 1 km zwischen den beteiligten Sprechern, kann das Gerät wahre Wunder vollbringen. Es herrscht eine hohe Klangqualität und selbst schwieriges Gelände mit Hürden und Hindernissen ist für das Interphone F5-XT kein Problem. Dabei kommt die Freisprechvorrichtung für die Anrufannahme sehr gelegen, wobei auch die Musik qualitativ hochwertig ist. 

Die einfache Inbetriebnahme und die Tatsache, dass Handschuhe hier kein Hindernis darstellen, würden das Interphone F5-XT auf die Nummer eins der Charts bringen, doch 225 Euro sind einfach zu viel des Guten, weshalb der zweite Platz für dieses Preis-Leistungs-Verhältnis angemessen erscheint.

Sena SMH5-01 / Bluetooth v3.0 stereo Multipair Headset

Wenn der Name Sena fällt, dann ist meistens die Rede von hochwertiger Technik für den professionellen Gebrauch. So ist das Label Sena bei Headset-Systemen in phonetischen und phonologischen Laboratorien ein wahrer Renner. Der Professionalität auf den Fersen ist Sena auch im Bereich der Motorrad-Headsets. Nicht nur deshalb hat er sich zur Spitze dieses Tests befördert, sondern auch wegen des sehr ansprechenden Preises. Natürlich gibt es auch günstigere Varianten, doch nur diese hat sich im Praxistest so gut geschlagen und mit einem überragenden Preis-Leistungs-Verhältnis überzeugt.

Das SMH5-01 ist ein Bluetooth v3.0 stereo Multipair Headset, welches speziell für Motorräder konzipiert wurde. Diese Sprechanlage ist nicht nur für das Gespräch von Fahrer und Beifahrer vorgesehen, sondern es bietet die Möglichkeit der Bluetooth-Verbindung mit anderen kompatiblen Geräten, der Übertragung der gesprochenen Anweisungen von GPS-Navigationsgeräten bis hin zum herkömmlichen Musik-Hören. 

Alles wird mit einem Drehknopf für die Kontrolle der Musikwiedergabe mit den gängigen Kommandos, realisiert. Dabei sorgt der integrierte Audioverstärker für eine hohe Lautstärke, klare Audioqualität und eine natürliche Sprachwiedergabe mit DSP. Neben diesen Merkmalen kann das Sena SMH5-01 allen Wetterverhältnissen standhalten, sodass Wind, Regen oder Schnee keine Chance haben. Diese Resistenz ist nicht der einzige Pluspunkt, denn das Gerät kann für ganze 8 Stunden Sprechzeit eingesetzt werden oder eine ganze Woche auf Stand-by laufen. 

Im Praxistest zeigte sich das SMH5-01 als praktisch und auch optisch sehr ansprechend. Schon beim Auspacken ist das gleich einsatzbereite Gerät positiv aufgefallen, genau wie das umstandslose Anbringen am Helm. Die Bluetooth-Verbindung kam sehr schnell zustande und es konnte auf einer Entfernung von 400m und einer Geschwindigkeit von 100-120 km/h tadellos kommuniziert oder Musik gehört werden. 

Die Klangqualität überzeugte mit einer detailliert getreuen Wiedergabe der Sprache und scharfen Tönen der Musik. Erst bei Erhöhung der Geschwindigkeit können die ersten Störungen auftauchen, doch diese sind mit genügend Konzentration auch schnell bewältigt. Die Handhabung mit Handschuhen ist reines Kinderspiel, während sich das Gerät auch bei längerer Nutzung als zuverlässig zeigt.

Die einfache Handhabung, die hohe Klangqualität und die Wetterbeständigkeit führen das SMH5-01 stereo Multipair Headset an die Spitze unseres Tests, denn für nicht mal 95 Euro ist ein solches Preis-Leistungs-Verhältnis sehr überzeugend. Das Headset eignet sich für Motorrad-Liebhaber, die nicht auf mehr als 120km/h eine zusätzliche Musikuntermalung brauchen. 

TMT-1202 Motorrad Gegensprechanlage Bluetooth AL8 von OCS.tec

Um mit dem Sozius während der Fahrt zu kommunizieren oder sich mit dem Telefon und Navi verständigen zu können, ist eine Gegensprechanlage die ideale Lösung. Eine solche Gegensprechanlage ist die Bluetooth AL8. Von OCS.tec entwickelt unter der Bezeichnung TMT-1202, bietet dieses Gerät alle notwendigen Funktionen, die ein Motorradfahrer braucht. Obwohl kein besonders bekannter Herstellername, verlangt der AL8 eine Investition von mindestens 100 Euro. Deshalb mussten wir dieses Gerät auch näher unter die Lupe nehmen, um zu sehen ob der Preis gerechtfertigt ist und was es mit dem Preis-Leistungs-Verhältnis auf sich hat.

Für den Anfang kann schon gesagt werden – es sich hier um ein Multitalent der Gegensprechanlagen. Es ist zur gleichen Zeit ein Bluetooth-Headset für Navi oder Telefon, ein Stereokörper für den MP3-Anschluss als auch ein UKW-Radio-Empfänger. Zwar ist es etwas mehr als wir gewohnt sind, doch auch so viele Funktionen müssen sich erst mal beweisen. Die Verbindung von einem TMT-1202 zu anderem kann auf einer Entfernung von bis auf 500 Metern aufrechterhalten werden. Dabei kann auch eine Voll-Duplex-Verbindung entstehen, da das Gerät gleichzeitiges Sprechen und Interkom-Verbindungen erlaubt. Das TMT-1202 ist für 9 Stunden Betriebszeit vorgesehen, wobei es auch robust und wetterbeständig ist. Eine Sprachsteuerungsfunktion ist ebenfalls vorhanden, sodass Handschuhe kein Problem mehr bei der Bedienung darstellen sollten.

Im Test zeigt sich das TMT-1202 aber von einer ganz anderen Seite. Zwar handelt es sich hierbei nicht um große Makel, doch sie erscheinen gravierend. Nach einer einfachen Montage, die nicht mal 5 Minuten in Anspruch genommen hat, zeigte die erste Probe, dass der Lautstärkepegel bei diesem Gerät gleich an Beständigkeit verliert, sodass er jedes Mal beim Einschalten von Neuem eingestellt werden musste. Es zeigt sich aber auch, dass die Anleitung keinen Aufschluss über die weitere Vorgehensweise mit dem Gerät gibt. Auf holprigen Wegen versagte schon mal die Verbindung und mit mehr als 500 Metern Entfernung ist nicht zu rechnen. Schon bei der Näherung an diese Grenze tauchen die ersten Probleme auf.

Es sind also mehrere kleine aber feine Unterschiede, die es immer wieder bestätigten, dass sich der Käufer bei solchen Geräten lieber auf Markenware verlassen muss. Auch wenn es sich um ein Paar Euro mehr oder weniger handelt, haben die Geräte von Sena, Cardo und Co. im Vergleich zum TMT-1202 deutlich besser abgeschnitten. Wer jedoch trotzdem ein Experiment wagen möchte, der kann sich auch für dieses Modell entscheiden. Zwar wird er mit wenigen Einsparungen bezüglich Klangqualität rechnen müssen, aber dafür kommt für 100 Euro ein Gerät auf den Helm, das sowohl Radio, Navi, Handy als auch Gegensprechanlage zugleich ist.

Avantree HM-100 Motorrad Gegensprechanlage / Bluetooth Intercom Funk Freisprecheinrichtung

Die Lösung für Gespräche zwischen Fahrer und Sozius sind die zwei Geräte von Avantree. Das HM-100 ist ein multifunktionales Biker Intercom Kit, welches sich nicht nur als Gegensprechanlage eignet, sondern auch für die Sprachansagen des Navis oder als Gerät zur Bluetooth-Musikwiedergabe nutzen kann. Die zwei Headsets werden für einen Preis von nicht mal 120 Euro geliefert und liegen damit im günstigeren Bereich des Markts von Motorrad-Headsets. In einem Test haben wir das Avantree-Set unter die Lupe genommen. 

Dieses Set umfasst zwei Geräte, die gleichzeitig mit zwei anderen Geräten verbunden werden können. Das Erste ist natürlich das HM-100 als Intercom und das Zweite kann das Bluetooth Handy oder die Navigation sein. Im ersten Fall kann mit dem anderen HM-100 eine Verständigung auf bis zu 90km/h aufrechterhalten werden, während auf einer Geschwindigkeit von bis zu 70km/h telefoniert werden kann. 

Natürlich ist dieses vielversprechende und günstige Set auch wasserdicht und hat eine solide Sprechzeit von bis zu 7 Stunden. Auf Stand-by kann das Gerät ganze 220 Stunden aushalten. Es hat jedoch eine maximale Reichweite von gerade mal 10 Metern. Um die Qualität der Übertragung sollten sich der Fahrer oder Sozius keine Sorgen machen, denn analog zur Geschwindigkeit kommt auch eine Geräuscheunterdrückung zum Einsatz.

Schon bei der Montage dieses Geräts zeigen sich seine ersten Vorzüge. Das Set wird mit den mitgelieferten selbstklebenden Klettverbindungen am Helm angebracht, sodass sich die Montage als ein wahres Kinderspiel zeigt und in wenigen Minuten erledigt ist. Die Bedienung ist bei diesem Set auf die Lautstärkeregeltasten und eine Verbindungstaste angewiesen. Diese können problemlos mit Handschuhen betätigt werden, wobei auch die Synchronisierung von Handy, Navy oder dem zweiten HM-100 problemlos vonstattengeht.

Im Einsatz zeigen sich dann aber die ersten Schwächen. Diese äußern sich in einer sehr leisen Tonwiedergabe, sodass beide Geräte auf die höchste Lautstärke geschaltet werden müssen, um sich mit dem Sozius zu verständigen. Die Sprachqualität scheint auch nicht mehr so rauschfrei bei einer höheren Geschwindigkeit, sodass es sich hier eher um eine mittelmäßige Leistung des HM-100 Sets handelt.

Die Leistung kann aber auch dem Preis zugeschrieben werden. Für nicht mal 120 Euro bekommt der Käufer zwei Geräte, die im Vergleich deutlich günstiger ausfallen, als die Konkurrenz. Wenn dann auch die einfache Handhabung und die leichte Montage berücksichtigt werden, handelt es sich hier insgesamt um ein solides Preis-Leistungs-Verhältnis. Für kleines Geld kann immerhin ein Set ergattert werden, das sich bei einer etwas niedrigeren Geschwindigkeit immerhin als zuverlässig zeigt.

Cardo SCALA RIDER SOLO Bluetooth Headset

Die Marke Cardo ist durch ihre Freisprechsysteme für Motorräder und Fahrräder bekannt geworden. Es handelt sich um einen der führenden Hersteller auf diesem Gebiet, doch auch seine Produkte zeigen Schwächen. Für einen Preis von ca. 150 Euro handelt es sich bei diesem Bluetooth Headset leider nicht um ein Top-Produkt, doch der Rider Solo hat Cardo-typische Qualitäten, die auch in diesem Test überzeugen konnten. 

Das Ziel von Cardo ist es, Bikern absolute Bequemlichkeit während der Fahrt zu sichern. Deshalb haben sie mit einem Konzept aus Bluetooth Technologie und optimaler technischer Integration Headsets entwickelt, die eine kabellose und sichere Handynutzung und Navigationsmöglichkeiten bieten. Neben diesen kann auch der MP3 Player via Bluetooth-Kupplung an das Rider Solo verbunden werden, wobei alle Funktionen gleichzeitig nutzbar sind, da sich der Rider Solo Prioritäten setzt. 

Das Gerät kann auch mittels Sprache und Tastendruck bedient werden. Die Lautstärke wird durch die AGC-Technologien, den Umweltlärm und die Fahrtgeschwindigkeit automatisch angepasst. Es stehen hier aber nur 8 Stunden Sprechzeit und ein Stand-by-Modus von einer Woche dem Nutzer zur Verfügung, wobei diese unter allen Wetterbedingungen gelten, denn das Rider Solo ist robust und wasserdicht.

Gleich zu Beginn fällt der Schwachpunkt des Cardo-Pakets auf. Dieser ist die beiliegende Einbauanleitung. Die Anleitung ist etwas unschlüssig und bietet keine genauen Anweisungen bezüglich MP3-Player. Es wird dabei ein MP3-Kabelhalter und ein MP3-Kabel angesprochen, die sich jedoch nicht im Lieferumfang befinden, sodass dieser ziemlich mager ausfällt. Als der Rider Solo dann endlich angeschlossen wird, kommen da die Cardo-typischen positiven Eigenschaften ans Licht. 

Die Montage, ohne MP3-Player, ist mehr als einfach. Auch die Inbetriebnahme und die Handhabung können ohne Probleme durch die VOX-Technologie der Sprachsteuerung vollzogen werden. Der Rider Solo funktioniert dann auch auf hohen Geschwindigkeiten und holprigen Strecken einwandfrei. Die Klangqualität der Verbindung mit Navi oder einem anderen Rider Solo ist perfekt. Es hapert nur etwa bei dem Handy. Dieses muss jedenfalls auf volle Lautstärke gesetzt werden, um einem guten Klang zu erzielen. 

So etwas darf sich Cardo mit seinem Ruf allerdings nicht erlauben. Bei einem Preis von 150 Euro kann auch nichts Geringeres als ein einwandfreier Lieferumfang erwartet werden, dem ist hier aber nicht so. Deshalb konnte Cardo Scala Rider Solo wegen einer mangelhaften Anleitung und einer niedrigen Lautstärke beim Fahren nicht gerade nicht mit dem Preis-Leistungs-Verhältnis überzeugen. Wem es aber nichts ausmacht, einige Minuten zu opfern, um sich selbst über den MP3-Player-Anschluss zu informieren und dem 150 Euro für angemessen erscheinen, der wird mit dem Rider Solo als Bluetooth Headset sicherlich zufrieden sein.