Spuren im Internet

Jeder Internetnutzer hinterlässt Spuren im Netz. Jedes Mal wenn er eine Webseite aufruft, in sozialen Netzwerken unterwegs ist, online einkauft oder online Banking betreibt, hinterlässt er einen digitalen Fußabdruck. Diese Spuren werden von Unternehmen gerne genutzt, um passende Werbung zu schalten. Doch auch Ermittlungsbehörden oder Geheimdienste haben Zugriff auf diese Informationen.

Welche Spuren?

Es sind eine Reihe von Informationen, die man teilweise selber preisgibt, teilweise automatisch übermittelt werden. Dazu gehören vor allem:

– die IP-Adresse
– Browserdaten
– Cookies
– Suchmaschineneingaben

Internet Protokoll

Die erste Spur, die zwangsläufig beim Surfen im Netz hinterlassen wird, ist die IP-Adresse des Routers. Diese eindeutig zuzuordnende Adresse wird an den jeweiligen Internetprovider übermittelt. Somit lässt sich im Nachhinein genau feststellen, von welchem Rechner aus bestimmte Aktionen durchgeführt wurden. Ein gutes Beispiel hierfür sind Abmahnungen aufgrund von illegalem Filesharing. Der Nutzer selbst ist zwar nicht direkt identifizierbar, auf jeden Fall aber der Rechner sowie der Standort. So können etwa Detekteien (hier ist beispielsweise eine Detektei aus Hannover zu finden) anhand des Standorts weitere Ermittlungen anstellen und den Nutzer identifizieren.

Browserdaten und Cookies

Hilfreich sind dabei auch weitere Informationen die übermittelt werden. Dazu gehört etwa welche Windows-Version auf dem Rechner installiert ist, welche Bildschirmauflösung beim Surfen verwendet wird oder welcher Browser genutzt wird. Weiterhin wird jeder Seitenaufruf genau protokolliert. Dies geschieht meist über sogenannte Cookies, welche es ermöglichen, ein recht genaues Bewegungs- und Interessenprofil des Nutzers zu erstellen. Cookies speichern die genaue Uhrzeit des Seitenaufrufs, die Dauer des Aufenthalts, woher der Nutzer auf die Seite gekommen ist und wo er möglicherweise anschließend weiter surft. Cookies sind nicht ausschließlich eine Art Spionagetool, in vielen Fällen machen sie es dem Nutzer überhaupt möglich auf bestimmte Dienste zuzugreifen. Wer Cookies in seinem Browser deaktiviert, kann beispielsweise nicht in Online-Shops einkaufen oder auf Social-Media-Plattformen zugreifen.

Suchmaschinen

Am meisten geben Nutzer aber selber von sich Preis, oft ohne es überhaupt zu wissen. Aktive Eingaben bei Google und Co. verraten mehr über die eigenen Interessen als so manch einem lieb ist. Wer zudem im Besitz eines Google-Kontos ist, kann sich ja mal den Spaß erlauben und unter „Google meine Aktivitäten“ nachsehen, nach was er in der Vergangenheit alles gesucht hat. Die gesammelten Informationen werden zunächst einmal von den Providern für den Zeitraum von einem Jahr gespeichert. Seitenbetreiber Social Media Unternehmen oder Onlineshops verarbeiten die Daten auf ihre Weise. Nach geltendem Recht ist es jederzeit möglich, Auskunft über die Verarbeitung personenbezogener Daten einzufordern, was mit einer schriftlichen Aufforderung an das jeweilige Unternehmen angestoßen werden kann. In der kürzlich überarbeiteten Datenschutzgrundverordnung sind die Grundsätze für die Verarbeitung personenbezogener Daten festgelegt. Sie soll unter anderem die Rechte einzelner Nutzer an ihren Daten stärken. Bislang war beispielsweise keine Einwilligung des Nutzers notwendig, um auf seine Daten zuzugreifen, das soll sich ab jetzt ändern.

Letzten Endes sollte sich jeder Internetnutzer darüber im Klaren sein, dass er Daten hinterlässt, wenn er sich im Internet bewegt. Unabhängig von der jeweiligen Gesetzeslage besteht zumindest das Risiko, dass die Informationen von unberechtigten Ausspioniert werden. Schützen kann man sich nur bedingt, denn auch VPN- oder Proxydienste schützen den Nutzer nicht zu 100 Prozent.